Dienstag, 6. August 2013

Proteste in Brasilia


Als ich am Wochenende in Brasilia ankam bemerkte ich, dass auf dem Rasen vor dem Nationalkongress etwa hunderte Zelte aufgeschlagen waren. Seit dem Protestcampen in Spanien ist das eine beliebte Form, um gegen Missstände zu protestieren. Auch in Brasilien wurde diese Art der Demonstration schon in mehreren Städten praktiziert.
Sonntag in der früh hatte ich etwas Zeit und beschloss die Demonstration zu besuchen. Insgesamt sah die Zeltstadt eher leer aus, fast wie die Installation irgendeines Action-Künstlers. Am Straßenrand waren mehrere Spruchbänder befestigt, die, wie gewohnt, eine weite Bandbreite an Forderungen versammelten. Mitten in der Zeltstadt fand ich eine Art Zentrale, in der sich vier junge Demonstranten aufhielten, mit denen ich ein Gespräch begann.


An dem Gespräch nahmen drei der Anwesenden Teil, die von mir Spitznamen bekamen: der Vernünftige, der Texaner und der Punk.
„Warum seid ihr hier?“
„Wir wollen gegen die Korruption und für eine Reform des politischen Systems protestieren.“, antwortet mir der Vernünftige.
„Welcher Gruppe gehört ihr an?“
„Keiner. Wir lehnen Parteien ab, denn sie sind korrupt und Schuld an der politischen Misere Brasiliens. Wir möchten hier einfach Forderungen und Bedürfnisse sammeln und ihnen zu Gehör verhelfen.“, fährt der Vernünftige fort.
Da schaltet sich der Texaner ein: „Ich bin hier einfach als Vertreter des Volkes. Deshalb gehöre ich keiner Partei an.“
 Damit setzt sich die unstrukturierte Form der Protestbewegung fort. Es gibt ein allgemeines und diffuses Gefühl der Unzufriedenheit, mit dem eine Opposition aus Parteipolitikern, die alle korrupt wären, und dem allgemeinen Volk kreiert wird. Diese Unzufriedenheit kann ganz verschiedene Gründe haben: Transport oder Gesundheitssystem oder eben die politische Struktur. Die Ablehnung von Parteien, da es angeblich einen allgemein bekannten Volkswillen gibt, den diese Parteien ignorieren, führt dazu, dass sich jemand, der nie einen Wahlkampf geführt hat, als legitimer Volksrepräsentant fühlt, wie es der Texaner tat. Er würde das Volk eher vertreten, als ein Politiker, der tausende von Stimmen bekommen hat.


Ich frage weiter, seit wann sie hier campieren.
 Der Vernünftige antwortet: „Seit 5. Juli. [also nach dem Confed Cup] Damals begann ein Protest der Gefängniswärter. Ihnen wurde verboten im Privatleben Waffen zu tragen. Sie fürchten nun, um ihr Leben. Deswegen begannen sie hier ihre Zelte aufzuschlagen. Wir haben uns dann angehängt. Wir planen bis zum 7. September, dem Nationalfeiertag, hier zu bleiben. Dann soll es riesige Demos in ganz Brasilien geben.“
Dazu der Texaner: „1822 war der 7. September der Tag der Unabhängigkeit von Portugal. 2013 soll es der Tag der Unabhängigkeit von der Korruption werden.“ 
Der Vernünftige nutzt die Gelegenheit und beginnt mich über meine Meinung als Ausländer auszufragen. „Was hältst du von den Demonstrationen? Gibt es in Deutschland auch so viel Korruption? Welches politisches System bevorzugst du?“


Ich kann jetzt nicht die ganze Diskussion wiedergeben, aber ich habe in erster Linie angemerkt, dass ich mir ein politisches System ohne Parteien nicht vorstellen kann. Es muss, aus meiner Sicht, in irgendeiner Art Institutionen geben, die Meinungen bilden und zusammenfassen, um sie dann effektiv vertreten zu können. Diese Institutionen nennen wir Parteien. Dem haben meine Gesprächspartner dann auch nicht weiter widersprochen. „Man muss aber Mittel finden, um diese Parteien besser zu kontrollieren und so die Korruption zu vermeiden.“, erwiderte der Vernünftige.
In diesem Moment schaltete sich der Punk ein, der mich wegen meiner Parteienfreundlichkeit zur Rede stellen wollte. Seine Argumentation war ein konfuses Gemenge aus Jesse Owens, Hitler, der brasilianischen Militärdiktatur, bis hin zu Romario. Wichtiger als seine Argumentation erschien mir, dass sich die anderen Gesprächspartner zurückzogen, als er das Wort ergriff. Sie wollten scheinbar nichts mit ihm zu tun haben. Es wurde deutlich, dass es Gruppen und Gegensätze, selbst in einer so kleinen Demonstrantengruppe gibt.  


Mir gelang es mich des Punk zu entledigen und mein Gespräch mit den anderen fortzusetzen. Diese diskutierten gerade über ein Gesetzesprojekt, das vorsieht, das strafmündige Alter in Brasilien auf 12 Jahre herabzusetzen. Der Vernünftige war scheinbar dagegen, aber der Texaner verteidigte engagiert die Verabschiedung eines solchen Gesetzes: „Was hält jemanden davon ab, ein Verbrechen durchzuführen? Angst. Unsere Jugend hat keine Angst, denn es kann ihr bei so laschen Gesetzen nichts passieren. Sie muss Angst haben. Deswegen brauchen wir härtere Gesetze. Ich sage nicht, dass sie ins Gefängnis sollten. Man müsste Jugendanstalten bauen, in denen sie etwas lernen können.“
Die Argumentation ist unglaublich, denn sie kommt aus dem Mund eines etwa 30-jährigen, der bis vor kurzem selbst noch der Jugend angehört hat, die er jetzt so brandmarkt. Insgesamt zeigt er eine sehr konservative „Law and Order“-Weltanschauung, wie ich sie eher einem George Bush zuordnen würde und nicht einem zeltenden Demonstranten.


Im Übrigen: solche Jugendanstalten existieren in Brasilien. Sie sind nur schlecht ausgerüstet. Es erscheint mir also, dass nicht das Gesetz mangelhaft ist, sondern die Infrastruktur und das Equipment.
Aber der Texaner ging noch weiter:
„Deswegen unterstütze ich auch die Gefängniswärter. Sie leben oft jahrelang mit den Gefängnisinsassen, die sich ihre Gesichter einprägen können. Stell die vor, dass so ein Krimineller nach seiner Haft in die Nachbarschaft des Gefängniswärters zieht. Wie soll der denn dann seine Familie gegen diesen Kriminellen schützen?“
Das ist genau die Argumentation, die immer wieder Anti-Waffen-Gesetze in den USA verhindert. Das Individuum hätte einen Anspruch auf Selbstverteidigung. Deswegen habe ich ihn „den Texaner“ getauft. Ich beschloss nicht weiter auf die Diskussionen einzugehen und wieder ins Hotel zurückzugehen. Aber vorher machte ich noch ein paar Fotos von den Spruchbändern der Gefängniswärter. Sie hatten auch einige Kreuze aufgestellt, um ermordeter Kollegen zu gedenken.


Ich möchte zum Schluss noch einige Anmerkungen zu den Gesprächen mit den Demonstranten anbringen:
1.      Es handelt sich auf keinen Fall um eine homogene Protestbewegung, die an einem Strang zieht. Es ist vielmehr wahrscheinlich, dass die Demonstranten teilweise sehr gegensätzliche Ansätze vertreten. In diesem Falle: liberale Studenten verbünden sich mit Repressionskräften (Gefängniswärtern).
2.      Die Demonstrationen werden sich noch hinziehen. Sie werden sicherlich schwerwiegende Auswirkungen auf die Präsidentschaftswahlen nächstes Jahr im Herbst haben.
3.      Den Demonstrationen liegt der Glaube daran zu Grunde, dass es zum einen tatsächlich einen einheitlichen Volkswille gebe und dass zum anderen nachgewiesen sei, dass alle Politiker korrupt sind. Der Glaube in die Korruption ist wichtig für die Demonstranten. [Weder für den Volkswillen, noch für die Korruption gibt es Beweise.]
4.      Einend ist auch die Ablehnung der Parteien. Das halte ich für sehr kompliziert aufgrund zweier Beobachtungen:
A)     Bei den Demonstrationen wurden Fahnen von kleinen linksgerichteten Parteien und Organisationen zerrissen und von den Demonstrationen ausgeschlossen. Diese Vorgehensweise erschien mir doch sehr undemokratisch. Im Endeffekt wurde in dieser Situation das Recht des Stärkeren ausgeübt. Das könnte mit geordneten Wahlgängen und Diskussionen zwischen Parteien, als Interessensvertretern, eingedämmt werden. 

B)     Aus meiner Sicht ist das Problem Brasiliens nicht die Existenz der Parteien, sondern – ganz im Gegenteil – die Schwäche der Parteien. Die Parteien sind so unbedeutend, dass sie als reines Mittel zur Wahl genutzt werden. Mit Leichtigkeit wechseln Politiker die Partei oder gründen einfach eine neue. Man sollte eher Maßnahmen ergreifen, um die Parteien zu stärken, wie: 5%-Hürde, Wahlkreise, Listenwahl und Parteientreue. Damit würde man Berufspolitiker, die eine Karriere machen, stärken und Phänomene, wie die Wahl von Quereinsteigern, die ihre Stimmen aufgrund ihrer Popularität als TV-Star oder Fußballspieler ergattern, erschweren. Die Parteien wären gezwungen ein Wahlprogramm vorzustellen, was die Transparenz erhöhen würde und so die Vorwürfe der Korruption eindämmen könnte.

Montag, 5. August 2013

Flamengo – Atlético MG, 3:0


Vor dem Confed Cup war die Vergabe des Maracanã an einen Betreiber noch nicht geklärt, deshalb wurden mehrere Spiele in anderen Städten angesetzt. Das Duell zwischen Flamengo Rio de Janeiro, dem Verein mit der größten Fanmasse Brasiliens, und dem frischgebackenen Libertadoressieger Atletico-MG ist eines dieser Spiele. Es wurde in das Nationalstadion nach Brasilia verlegt. Ich verweilte dieses Wochende wegen einem Kongress für Sportwissenschaften in Brasilia und hatte so die Gelegenheit das Spiel zu sehen.


Es war ziemlich heiß und unglaublich trocken in Brasiliens Hauptstadt. Man musste ständig etwas trinken und Schatten suchen. Die Einheimischen sind an dieses Klima gewöhnt und so kamen 32.000 Zahlende zum Spiel. Damit ist das Nationalstadion aber nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Das neue WM-Stadion ist ein architektonisches Meisterstück und aus meiner Sicht das schönste des kommenden Weltturniers. Schon vom Flugzeug aus sieht man es, da es bei weitem das größte Gebäude der Stadt ist. Aber das große Problem ist, dass Brasilia keinen Fußballverein hat und somit das große Risiko existiert, dass das Nationalstadion leer stehen und nur Kosten verursachen wird.


War ich nach dem Derby Fluminense – Vasco im Maracanã noch relativ euphorisch, was die Stimmung angeht, so muss ich diesen Eindruck in Brasilia relativieren. Vor dem Spiel wurde jeder Fangesang mit der potenten Lautsprecheranlage niedergewalzt. Es gibt nur diese albernen Spielchen, bei denen Fans auf der Leinwand gezeigt werden, die dann überschwänglich winken. Auch während des Spiels kam keine Stimmung auf. Die wichtigsten Torcidas Organizadas (Raça Rubro-Negra von Flamengo und Galoucura von Atlético MG) waren sogar anwesend und die Akkustik des Stadions ist sehr gut. Trotzdem wurde wenig gesungen.


Was sind die Gründe dafür? Schwierig zu sagen. Es könnte sein, dass die neuen Stadien doch sehr kühl sind und eher an ein Shopping-Center erinnern. Außerdem war das Spiel bei weitem nicht ausverkauft. Schließlich könnte es auch sein, dass das Publikum in Brasilia nicht an Fußball gewöhnt ist. Ganz abgesehen davon, dass die beiden Vereine nicht aus der Stadt sind. Aber Brasilia ist eine Einwanderer-Stadt, in der es auch viele Bewohner aus Rio oder Belo Horizonte gibt, die Fans der beiden Vereine sind.  


Betrachtet man den aktuellen Zuschauerschnitt der brasilianischen Meisterschaft, so kann man insgesamt gesehen eine positive Entwicklung beobachten. Im Schnitt wurden die Spiele bis zum 11. Spieltag von knapp 20.000 Fans gesehen. Sollte dieser Schnitt bis zum Saisonende halten, dann wäre dies das beste Ergebnis seit 26 Jahren. Der Journalist Juca Kfouri hat sich sogar die Mühe gemacht nur die WM-Stadien herauszusuchen. Dort beträgt der Zuschauerschnitt sogar knapp 30.000, was die brasilianische Liga weltweit auf den dritten Platz hinter Deutschland und England katapultieren würde.
Das Ergebnis des Spiels ist auf den ersten Blick sicherlich überraschend. Der Libertadoressieger verliert 0:3 gegen ein Team aus dem Tabellenkeller. Schon nach einer Viertelstunde stand es 2:0 für Flamengo. Scheinbar waren die Spieler von Atlético-MG noch müde oder einfach unmotiviert nach dem großen Sieg. Aus der Stammelf wurden die Stars Ronaldinho, Jô und Bernard geschont. Immerhin stand mit Josué ein alter Bekannter aus Wolfsburg auf dem Platz. In der zweiten Halbzeit nahm Atlético-MG das Heft in die Hand und versuchte das Ergebnis noch zu verbessern. Aber es half nichts. In der 75. Minute schoss Paulinho das 3:0 für Flamengo.


Damit sind jetzt die Cariocas Flamengo, Fluminense und Vasco Tabellennachbarn im Mittelfeld. Die einzige Mannschaft aus Rio, die für positive Schlagzeilen sorgt ist Botafogo. Sie konnte am Sonntag die Tabellenspitze übernehmen. Richtig enttäuschend stehen aber die Favouriten Atlético-MG, São Paulo FC und Santos da.

Apropos Santos: Am Freitag gewann Barcelona mit sage und schreibe 8:0 gegen Santos, als Teil der Ablöse von Neymar. Für Brasilien ist das ein Schock, denn es verdeutlicht die niedrige Qualität seiner Klubs. Nachdem Bayern 4:0 gegen Barça gewonnen hat, macht man nun schon die Rechnung: würde Santos 32:0 gegen Bayern verlieren? 

Mittwoch, 31. Juli 2013

Porto Alegre

Während des Confed-Cups hatte ich die Gelegenheit 7 WM-Städte vorzustellen. In den nächsten wochen werde ich die verbleibenden 5 beschreiben. Den anfang macht Porto Alegre. 


Die Stadt
Die Einwohner des südlichsten Bundesstaates Brasiliens Rio Grande do Sul und dessen Hauptstadt Porto Alegre stehen im Ruf, etwas eigen zu sein. Das liegt zum einen an einer langen Geschichte mit Abspaltungsbemühungen, die zwischen 1835 und 1845 in einem Unabhängigkeitskrieg gipfelten, zum anderen an den vielen deutschen und italienischen Einwanderern. Die „Gaúchos“, wie die Einheimischen genannt werden, empfinden ihre Region als den europäischsten Teil Brasiliens. Aufgrund der italienischen Weinbaugebiete im Gebirge sowie diversen Orten, deren Erscheinungsbild von Fachwerk geprägt ist und die insofern an Deutschland erinnern, kam in Porto Alegre die Ansicht auf, während der WM 2014 Nationalmannschaften aus diesen Ländern besonders gut beherbergen zu können. Deutsche und Italiener würden sich in Rio Grande do Sul wohl fühlen, weil die Region ähnlich ihrer Heimat sei. Das könnte sich allerdings als Trugschluss erweisen, denn ein deutscher Tourist sucht in Brasilien vermutlich eher tropische Strände, Sonne und Hitze – und all das wird er in Porto Alegre nicht finden. Denn die Stadt liegt nicht am Meer sondern an einem Fluss, und das Klima im Juli ist ziemlich kalt. Die Temperaturen können sogar mal unter den Gefrierpunkt fallen.


Es wäre also sinnvoller, sich auf die regionalen Qualitäten und Besonderheiten zu konzentrieren, denn da hat Porto Alegre ausgesprochen viel zu bieten. Berühmt wurde die Stadt als mehrfacher Austragungsort des Weltsozialforums. Dabei spürt man auch Porto Alegres liberalen und progressiven Geist, der einen Gegenentwurf zum mondänen Davos und auch zu vielen brasilianischen Städten darstellt.
Im Stadtzentrum gibt es interessante Museen und ein aufregendes Nachtleben. Ein beliebter Treffpunkt ist die Markthalle Mercado Público, in der auch die sogenannten Gaúcho-Produkte offeriert werden. Vom Pferdesattel bis zu Cowboy-Stiefeln, vom Poncho bis zum Jagdmesser ist hier alles zu finden. Besonders interessant sind Mate-Kräuter, die mit heißem Wasser aufgegossen und dann mit Trinkrohren aus leeren Kürbisschalen getrunken werden. Das erinnert sehr an die Kultur der südlichen Nachbarn Uruguay und Argentinien.
Porto Alegre ist eine moderne und gut entwickelte Metropole. Um die Gaúcho-Kultur zu erleben, fährt man entweder in eines der Zentren der Gaúcho-Traditionen (CTG) oder gleich in die Campanha Gaúcha, also ins Landesinnere. Beim Durchqueren des Serra Gaúcha-Gebirges mit den deutschen Dörfern Gramado und Canela und den Weinanbaugebieten gelangt man im nördlichen Rio Grande do Sul in den Nationalpark Aparados da Serra mit seinem beeindruckenden Canyon und den Wasserfällen. Die Küstenregion mit ihrem Vogelreichtum verspricht unterdessen ein besonderes Naturerlebnis.


Die Küche der Region wird von den Gaúchos und den Einwanderern geprägt. Aushängeschild ist das Grillfleisch Churrasco. Große Fleischstücke werden auf Spießen über das Feuer gelegt und im halb garen Zustand gegessen. In Rio Grande do Sul wird das Fleisch nur mit Salz gewürzt. Außer Rind wird auch Schwein, Hähnchen, manchmal auch Schaf und Wild gegrillt. Dazu gibt es eine Vinaigrettesauce, Radicchio-Salat, karamelisierte Süßkartoffeln, Reis und Bohnen. Arroz de Carreteiro ist ein mit getrockneten Fleischstückchen („Charque“) vermischter Reis. Zum Probieren geht man am besten in ein Grillrestaurant Churrascaria oder in eines der Zentren der Gaúcho-Traditionen.
Die italienischen Einwanderer betreiben zahlreiche Galeterias, also Hähnchenbuden, und Pizzerien in der Region. Die deutsche Küche mit ihren Würsten und dem Sauerkraut findet man dagegen vornehmlich im Hinterland. Dort gibt es auch Cuca, eine Verbrasilianisierung des deutschen Wortes „Kuchen“. Im Winter wird an jeder Ecke Glühwein gereicht, der Quentão genannt wird. Rio Grande do Sul ist das einzige Weinanbaugebiet Brasiliens. Inzwischen wurden zudem diverse Kleinbrauereien gegründet, die leckeres Bier herstellen. Schließlich gibt es eine reiche Auswahl an Fischgerichten wie Corvina oder Tainha, die in den Restaurants im Mercado Público gereicht werden.

Der Fußball
Man sagt, dass es in Porto Alegre die größte Rivalität bei einem Stadtderby in Brasilien gibt. Das Spiel zwischen Grêmio und Internacional hat sogar einen eigenen Namen: Gre-nal. So verwundert es auch nicht, dass zwischen den beiden Klubs schon lange ein Wettbewerb um das größere und schönere Stadion herrscht. 1969 konnte Internacional mit der Eröffnung des über 100.000 Personen fassenden und wunderschön am Fluss gelegenen Beira Rio seinen Rivalen ausstechen. Das Stadion wurde auch für die WM 2014 ausgewählt und wird dafür runderneuert. Da konnte Grêmio freilich nicht hinten anstehen und beschloss, sein Olímpico zu verlassen und vor den Toren der Stadt ein neues Stadion zu errichten. Schon Inters erstes Stadion Eucaliptos war Bühne für zwei WM-Spiele. 1950 fanden dort die Begegnungen zwischen Mexiko und Jugoslawien (1:4) sowie Mexiko und der Schweiz (1:2) statt. Das Stadion ist heute jedoch leider nur noch eine Ruine und wird wohl bald Appartementhäusern weichen.


Grêmio und Internacional gehören zu den 13 großen Vereinen Brasiliens. Grêmio wurde 1903 von überwiegend deutschstämmigen Brasilianern gegründet. In Restbrasilien gilt der Verein als „unbrasilianisch“, und es wird ihm regelmäßig vorgeworfen, einen unfairen Kraftfußball zu spielen. Der Verein und seine Anhänger grenzen sich ihrerseits aber auch gerne vom Rest Brasiliens ab und sind stolz darauf, dass das Hellblau ihrer Trikots an Uruguay und Argentinien erinnert. In den letzten Jahren sind verschiedene Fanklubs dazu übergegangen, Lieder aus Argentinien zu singen.
2004 stieg Grêmio in die zweite brasilianische Liga ab. Im folgenden Jahr benötigte man im letzten Spiel bei Náutico Recife lediglich ein Unentschieden für den Wiederaufstieg. Kurz vor Schluss entstand aufgrund eines unberechtigten Elfmeters für Naútico ein Tumult, und drei Grêmio-Spieler wurden des Feldes verwiesen. Als das Spiel nach über 20 Minuten endlich wieder angepfiffen werden konnte, verschoss Náutico den Elfmeter und Grêmio konnte auf unglaublich Art und Weise im Gegenzug den 1:0-Siegtreffer erzielen. Das Spiel ging als die „Schlacht der Beklemmung“ („Aflitos“, Name des Stadions in Recife) in die Geschichte ein.


Der 1909 gegründete SC Internacional gilt als schön spielender Arbeiterverein, bei dem schon früh dunkelhäutige Spieler zugelassen wurden. Sein Name ist eine Art Protest gegen die abgrenzende Aura von Grêmio. Inter wollte jedermann aufnehmen. Berühmt wurde vor allem die Mannschaft um Nationalspieler Falcão in den 1970er Jahren. Seine größten Erfolge feierte der Verein jedoch erst kürzlich mit zwei Copa-Libertadores-Siegen sowie dem Gewinn des Weltpokals.

Grêmio Foot-Ball Porto Alegrense
Gegründet: 15. September 1903
Trikots: blau-weiß-schwarze Hemden, schwarze Hosen
Titel:
Staatsmeisterschaft: 36 Mal
Brasilianischer Meister: 1981, 1996
Brasilianischer Pokal: 1989, 1994, 1997, 2001
Copa Libertadores: 1983, 1995
Weltpokal: 1983 (2:1 gegen den HSV)
Wichtige Spieler: Renato Gaúcho, Ronaldinho Gaúcho
Internet: www.gremio.net

Sport Club Internacional
Gegründet: 4. April 1909
Trikots: rote Hemden, weiße Hosen
Titel:
Staatsmeisterschaft: 41 Mal
Brasilianischer Meister: 1975, 1976, 1979
Brasilianischer Pokal: 1992
Copa Libertadores: 2006, 2010
Weltpokal: 2006
Wichtige Spieler: Falcão, Taffarel, Dunga, Lúcio, Pato
Internet: www.internacional.com.br

Sonntag, 28. Juli 2013

Vasco – Criciúma, 3:2


Alles wie gewohnt: Es ist weiterhin kalt, es wird auch noch demonstriert und der Papst ist bis Sonntagabend in Rio. Nur Vasco spielt plötzlich guten Fußball. Was ist da los? Die Fans hat der überraschend gute Tabellenplatz aus den Wohnzimmern gelockt und so sah ich lange Schlangen an den Kassen und Eingängen des São Januário Stadions in São Cristóvão. Über 18.000 Fans wollten das Duell gegen Criciúma am 9. Spieltag sehen, das somit fast ausverkauft war.


Criciúma ist ein Erstligaaufsteiger aus der gleichnamigen Stadt mit etwa 200.000 Einwohnern in Santa Catarina, einem Bundesstaat in Südbrasilien. Der Verein ist zwar Stolz auf seine Meisterschaften in der zweiten und dritten Liga Brasiliens, kann aber nicht gerade zu den Traditionsteams gezählt werden. Der Klub wurde 1947 mit dem Namen Comerciário Esporte Clube gegründet und erhielt seinen heutigen Namen nach finanziellen Schwierigkeiten im Jahr 1978. Immerhin etwa 50 Fans aus Santa Catarina, unterstützt von einer kleinen Gruppe Teilnehmer des katholischen Weltjugendtages, verirrten sich ins São Januário.


Die Heimfans trafen sich im Treppenhaus des Stadions, um dessen Akustik für ihre Gesänge zu nutzen. Angetrieben wird diese Disko für Fanlieder von der Ultragruppierung Força Jovem do Vasco. Als ich mir das beeindruckende Spektakel aus der Nähe ansah, bemerkte ich, dass sie sich selbst filmen und auf einem Bildschirm übertragen. Hier ein paar Eindrücke:


In der ersten Halbzeit drehte Vasco ziemlich auf und ging verdient durch ein Klasse-Freistoßtor von Juninho mit 1:0 in Führung. Zu Beginn der zweiten Halbzeit erfolgte das 2:0 erneut durch einen Freistoß. Das Spiel schien gelaufen. Doch plötzlich begann der Spaß für die Fans aus dem Süden, denn Criciúma konnte innerhalb von nur 10 Minuten ausgleichen. Aber praktisch im Gegenzug gelang Vasco der 3:2 Siegtreffer, erneut nach einem Freistoß.


Nach Spielende drängte sich der Großteil der Zuschauer zufrieden durch die engen Gassen São Cristóvãos. Das São Januário ist eines der schönsten Stadien, das ich kenne, aber die Verkehrsanbindung ist weiterhin eine Katastrophe. Man sollte endlich eine U-Bahnverbindung bauen.

Vasco ist damit auf den achten Tabellenplatz gesprungen. An der Tabellenspitze drängen sich mit Cruzeiro, Inter, Botafogo, Coritiba und Bahia fünf Mannschaften aus fünf verschiedenen Bundesstaaten. Bis auf Botafogo sind diese guten Platzierungen sicherlich überraschend. Auf der anderen Seite der Tabelle befindet sich mit São Paulo und Fluminense ein berühmtes Duo auf den Abstiegsplätzen. Libertadores-Sieger Atlético-MG belegt bisher nur einen mäßigen 13. Platz, hat aber noch zwei Nachholspiele ausstehen. 

Donnerstag, 25. Juli 2013

Atlético MG – Olimpia, 2:0 (4:3)


Es ist ganz schön kalt geworden in Brasilien. In großen Teilen Südbrasiliens ist die Temperatur gestern Nacht auf unter 10 Grad gefallen. In Santa Catarina und Paraná ist sogar Schnee gefallen. Da ist es verständlich, dass die Leute versuchen sich aufzuwärmen. Die einen taten dies bei den aufmunternden Worten des Papstes im Wallfahrtsort Aparecida und die anderen suchten animierende Emotionen beim Finale des Libertadores-Pokal.


Letztere erlebten ein packendes und mitreisendes Spiel. Atlético – MG aus Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundeslandes Minas Gerais, etwa 400km von Rio entfernt, musste einen 0:2 Rückstand aus dem Hinspiel in Asuncion aufholen. Dementsprechend angespannt waren die Heimfans im mit 58.620 Zuschauern restlos ausverkauften Minerão-Stadion. Atléticos Trainer Cuca inspirierte sich am Papst, zog ein T-Shirt mit Abbild der Jungfrau Maria an und betete kniend am Spielfeldrand Rosenkränze.


Wie erwartet konzentrierte sich Olimpia mit einer defensiven Taktik darauf den Vorsprung zu verteidigen. Atlético – MG hingegen legte von der ersten Minute an den Vorwärtsgang ein. Trotzdem endete die erste Halbzeit zum Entsetzen der Heimfans mit 0:0. Insgesamt gelang Atlético – MG trotz Feldüberlegenheit kein einziger Schuss aufs Tor. Im Gegensatz dazu konnte Olimpia mehrfach gefährlich kontern.
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit verpasste ein Verteidiger von Olimpia den Ball und Nationalstürmer Jô konnte zum 1:0 vorlegen. Olimpia war jetzt nur noch darauf aus das Spiel zu zerstören. Es folgten unzählige kleine Fouls, Zeitverzögerungen und Gemeckere. Zwischendurch informierte der TV-Kommentator, dass der Ball nur etwa 50% der Spielzeit tatsächlich rollen würde.


Das Ende der zweiten Halbzeit wurde dramatisch. In der 38. Minute hatte Olimpia die beste Chance des Spiels. Stürmer Ferreyra war nach einem Konter schon an Torwart Victor vorbei, rutschte aber aus und konnte so den Ball nicht ins leere Tor schieben. Kurz danach rächten sich die vielen Fouls und der Verteidiger Manzur wurde nach seiner zweiten Gelben Karte vom Platz gestellt. Olimpia musste noch fünf Minuten mit 10 Mann überstehen.
Aber es reichte nicht. In der 42. Minute erzielte Leonardo Silva das 2:0 per Kopf für die Hausherren. Damit ging das Finale in die Verlängerung und Olimpia musste sich nun in Unterzahl verteidigen. Beide Mannschaften waren ziemlich ausgepowert und zur Hälfte der Verlängerung krümmte sich Atléticos Bernard vor Krämpfen. Da beide Teams schon zweimal ausgewechselt hatten, war der Gleichstand der Spielerzahl de facto wieder hergestellt.


Olimpia konnte sich in einer Abwehrschlacht ins Elfmeterschießen retten. Die Stadionuhr zeigte inzwischen 0.30h an. Gleich der erste Schütze Olimpias verschoss seinen Elfmeter. Ihm folgten sieben sehr sichere Schützen: vier brasilianische und drei paraguayische. Bis sich Giménez den Ball griff und an den Pfosten setzte. Aus und Vorbei: Atlético – MG Südamerikameister! Schon nach 1.00h reckte Atléticos Kapitän Réver endlich den so lange ersehnten Pokal in den Himmel Belo Horizontes.


Atlético – MG hat insgesamt einen sehr beeindruckende Libertadores-Saison gespielt: 9 Siege, 2 Unentschieden und 3 Niederlagen. In den Interviews nach dem Spiel zeigten sich mehrere Spieler sehr aggressiv, zum Beispiel Ronaldinho Gaúcho und auch Trainer Cuca. Das ist mir schon letztes Jahr beim Sieg von Corinthians aufgefallen. Diese hochbezahlten Stars scheinen Kritik nicht zu vertragen und geben in der Stunde des Sieges und der Freude rachsüchtige Interviews.


Schon vor dem Finale habe ich auf Facebook einen Flyer gepostet, der zu Protesten gegen die hohen Eintrittspreise des Finales in Belo Horizonte aufruft. Auch in anderen Teilen Brasiliens wird weiterhin demonstriert. Auf Facebook hat sich inzwischen die Gruppe Midia Ninja (https://www.facebook.com/midiaNINJA) etabliert, die von sich selbst sagt, dass sie unabhängigen Aktionsjournalismus betreibt. Sie berichtet live im Internet von den Demonstrationen. In Rio wurde in der vergangenen Woche gegen den Gouverneur Sergio Cabral protestiert. Dann verschwand während einer Polizeiinvestigation in der Favela Rocinha der Zeuge Amarildo, was zu erneuten Demonstrationen führte.
Zum Papstbesuch gelang es dann einer Gruppe: „Papa, wo ist Amarildo?“ an eine gut sichtbare Wand zu projizieren. Überhaupt fanden während der Ankunft des Papstes viele Proteste rund um den Regierungspalast in Rio statt. Thema waren die hohen Kosten des Besuches des obersten Bischofs der katholischen Kirche und sexuelle Diskriminierung. Die Polizei tat dann den Ninjas den Gefallen zwei von ihnen festzunehmen. Diese nutzten die Situation natürlich, um aus der Polizeiwache zu berichten.

Nachts eskalierten die Proteste, als Molotov-Cocktails auf die Polizisten geworfen wurden. Aber Midia Ninja veröffentlichte Videos, die nahelegen, dass eingeschleuste Polizisten in Zivil diese Molotovs geworfen hätten, um das Vorgehen der Polizei zu rechtfertigen. Die Bilder sind so sensationell, dass auch große TV-Anstalten sie zeigen mussten und so den Namen von Midia Ninja nannten. Es entwickelt sich eine Art brasilianisches WikiLeaks, das die Arbeit der Polizei verkompliziert und die Politiker ganz schön unter Druck setzt. 

Montag, 22. Juli 2013

Fluminense – Vasco, 1:3


Mit Spannung wurde das erste Derby im renovierten Maracanã erwartet. Gestern war es mit dem Spiel Fluminense – Vasco soweit. Trotz aller Bedenken, würde ich sagen, dass der Test bestanden wurde. Insgesamt wollten 46.000 Zuschauer den Klassiker zwischen zwei schwächelnden Teams sehen. Vasco ist wegen seiner Schulden schon länger in der Krise. Der Meister Fluminense hat in der Confed-Cup-Pause wichtige Spieler, wie Wellington Nem und Thiago Neves abgegeben. Man durfte also nicht gerade Fußball auf höchstem Niveau erwarten.


Das Stadion wurde zügig an den Betreiber „Maracanã AG“ übergeben, der gleich nach dem Confed-Cup Verträge mit Flamengo und Fluminense abgeschlossen hat, die sich jetzt das Stadion teilen. Die Fans von Flamengo werden ab sofort immer die Nordkurve nutzen und die Fans von Fluminense die Südkurve. Das führte zu Verstimmung bei Vasco. Denn als das Maracanã noch öffentlich war, konnte Vasco immer die Südkurve nutzen. Die Vereinsführung rief sogar dazu auf das Spiel zu boykottieren, damit die Eintrittsgelder nicht in die Kassen von Fluminense fliesen.
Den Fans war es egal. Die Plätze in den Kurven hinter den Toren – deren Erlös Fluminense zukam - kosteten R$60 (€20) und waren scheinbar ausverkauft. Die Eintrittskarten auf der Haupttribüne und Gegengerade blieben im Besitz der Maracanã AG und kosteten R$300 (€100). Diese Bereiche blieben leer. Die Preispolitik muss dringend überdacht werden. Aber leider wurde schon für nächstes Wochenende angekündigt, dass beim Spiel Flamengo – Botafogo der billigste Platz R$100 (€34) kosten wird.


Die Fans beider Seiten zeigten sich in bester Laune und sangen ihre Lieder. Die Torcidas von Fluminense organisierten sogar eine Choreographie. Es zeigte sich, dass das neue Maracanã eine hervorragende Akustik hat und so war das Einlaufen der Mannschaften sehr emotional. Trotz der neuen Sitze, blieben die Fans in den Kurven stehen. Schon unter der Woche gab es ein Treffen zwischen Fanklubs und Polizei, bei dem der Standpunkt der Torcidas beschlossen wurde. Wie zuvor verteilten sie sich rund um die Zugänge im oberen Teil des Stadions. Fahnen und Perkussionsinstrumente waren erlaubt.


Ich traf meinen schwedischen Kollegen Henrik Jönnson, der mir einen Stadionrundgang vorschlug, um herauszufinden, ob die Garrinchabüste an der Bellinirampa noch existierte. Der Rundgang war sehr interessant und ermüdend, denn man legt so seine Kilometer im Maracanã zurück. Als wir an der Bellinirampe ankamen bemerkten wir, dass hier architektonisch stark eingegriffen wurde, denn die Rampe wurde unterbrochen, um einen neuen Eingang zu den VIP-Logen zu kreieren. 



Dafür wurde auch ein neuer Rundgang erbaut. Es gibt jetzt also ein Stockwerk mehr im Stadion. Auf den Oberrang kommt man über zwei neue Rampen. 


Als wir oben ankommen, bestätigt sich unsere Befürchtung: die Garrinchabüste wurde entfernt. Leider konnte uns auch niemand informieren, wo sie sich befindet.


Wir zogen weiter und versuchten, wie früher im Rundgang des Oberrangs wieder auf die andere Seite zurückzukommen und bemerkten, dass dies nicht mehr möglich ist. Der Rundgang wurde geschlossen, um so die Fangruppen zu trennen.

Siehe Foto: Oben der Rundgang für die Fluminensefans, unten der Rundgang für die Vascofans.

Über eine Rampe konnten wir dann doch das Stadion umrunden, mussten dann aber in den fünften Stock kommen, um auf die Pressetribüne zu gelangen. Niemand wollte uns Zugang gewähren, da sich in den Stockwerken drei und vier die VIP-Bereiche befinden. Doch plötzlich sah ich eine offene Brandschutztür, die zu einer Treppe führte, die uns in den fünften Stock verhalf. Diese Tür wird wohl in Zukunft geschlossen sein. 


Durch unseren Rundgang verpassten wir große Teile des Spiels. Vasco konnte schon in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung gehen. Spielentscheidend war wohl die Rote Karte für Fred kurz danach. Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte Vasco auf 2:0. Danach kam Fluminense aber wieder ins Spiel und erzielte das 2:1. Als aber auch noch Digão des Feldes verwiesen wurde, war das Spiel gelaufen. Kurz vor Schluß gelang Vasco noch das 3:1.



Henrik und ich gingen noch auf ein Bier in die Kneipe „Dodô“ am São Salvador Platz. Wir bestellten eine hervorragende Schweinshaxe. Das Maracanã ist nicht mehr wie früher, aber es hat den ersten echten Test bestanden. Ich bin froh, dass die Stimmung so gut war.